German Jazz Trophy - A Life for Jazz 2011German Jazz Trophy 2013
Preisträger: Lee Konitz

Für sein Lebenswerk erhielt der Altsaxophonist Lee Konitz (* 13. Oktober 1927 in Chicago, Illinois, USA) die German Jazz Trophy 2013. Die Auszeichnung wird seit 2001 jährlich von der Kulturgesellschaft Musik+Wort e.V., der Jazzzeitung und der Sparda-Bank Baden-Württemberg verliehen. Zuletzt ging der Preis in Form einer Skulptur des verstorbenen Stuttgarter Künstlers Otto Herbert Hajek an die Pianisten Monty Alexander und Jacques Loussier, den Geiger Jean Luc Ponty, die US-amerikanische Pianistin und Komponistin Carla Bley und den Trompeter Kenny Wheeler. Zu den Preisträgern zählen auch der Pianist und Sänger Paul Kuhn, der Filmkomponist und Pianist Wolfgang Dauner und der Klarinettist Hugo Strasser.

Lee Konitz (Copyright: TJ Krebs - jazzphotoagency_web)Neben Charlie Parker gilt Lee Konitz als der stilbildende Altsaxophonist des modernen Jazz. Zählt Ersterer zu den "Erfindern" des Bebop, dann ist Konitz sein Gegenstück als Innovator des Cool-Jazz. Mit 21 Jahren war Konitz Mitglied im berühmten Miles Davis/Gil Evans-Nonett in New York, das an den Plattensessions von "Birth of the Cool" beteiligt war. Diese Aufnahmen (1949-50) sind einer der Ursprünge des Cool Jazz. Die Mitgliedschaft in dieser Band zeichnete ihn aus, weil er als Weißer in diese Band aufgenommen wurde, obwohl es zu dieser Zeit genügend arbeitslose afroamerikanische Altsaxophonisten gab.

1952 spielte er in Kanada mit Tristano, dann in Stan Kentons Band 1952 bis 1954; als Solist ist er 1952 zu hören auf "New Concepts of Artistry in Rhythm". 1953 entstanden Aufnahmen mit Gerry Mulligan, 1954/55 leitete er in New York und Boston eigene Gruppen, es folgte eine Europatournee mit Hans Koller, Lars Gullin und Zoot Sims. Neben seiner Konzerttätigkeit wurde für ihn zu Beginn der sechziger Jahre sein Lehramt in Kalifornien ein zweites Standbein.

Konitz nahm über 150 Alben auf, als Leader und als Sideman, mit amerikanischen und auch mit vielen europäischen Kollegen. Von 1980 bis heute tourt er regelmäßig durch die Jazzclubs Europas und ist oft in Studios mit jungen Formationen (z.B. in Franz Koglmanns "We Thought About Duke" oder dem Trio Minsarah um Florian Weber), verfolgt aber auch Avantgarde-Projekte mit avancierten Musikern wie Andrew Hill, Attila Zoller, Derek Bailey oder dem Theo Jörgensmann Quartet. Konitz, der dann zeitweise in Köln lebte, zeigt sich auch für Musik von Debussy, Satie und Bach offen; gemeinsam mit einem Streichquartett und Ohad Talmor ging er mit dem "Lee Konitz String Project" auf Tournee und improvisierte über Musik des französischen Impressionismus.

Die German Jazz Trophy wurde Lee Konitz am Donnerstag, den 11. Juli im Eventcenter "SpardaWelt" in Stuttgart im Rahmen der jazzopen Stuttgart verliehen. Preisträgerkonzert: Lee Konitz Quartet. Beginn der Veranstaltung: 19:00 Uhr.

 

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Preisverleihung + Konzert

Lee Konitz Quartet
Lee Konitz - Alto Saxophone · Dan Tepfer - Piano
Jeremy Stratton - Bass · George Schuller - Drums

Donnerstag, 11. Juli 2013
Einlass: 18.00 Uhr · Beginn: 19.00 Uhr

Eventcenter "SpardaWelt"
Am Hauptbahnhof 3 · 70173 Stuttgart

Eintrittskarten: Sparda-Tickethotline · 0711/2006-3806
Eintrittspreise: € 34,70 · € 29,70

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Preisträger 2017: Abdullah Ibrahim | Preisträger 2016: Klaus Doldinger
Preisträger 2015: Ralph Towner | Preisträger 2014: Chris Barber | Preisträger 2013: Lee Konitz
Preisträger 2012: Monty Alexander | Preisträger 2011: Dave Holland | Preisträger 2010: Jacques Loussier
Preisträgerin 2009: Carla Bley | Preisträger 2008: Hugo Strasser | Preisträger 2007:
Jean-Luc Ponty
Preisträger 2006: Dick Hyman | Preisträger 2005: Kenny Wheeler | Preisträger 2004: Toots Thielemans
Preisträger 2003: Wolfgang Dauner | Preisträger 2002: Paul Kuhn | Preisträger 2001: Prof. Erwin Lehn

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