German Jazz Trophy 2011 für Dave Holland

Mit gerade mal 65 Jahren ist Dave Holland der jüngste Preisträger der German Jazz Trophy. Doch der Komponist, Bandleader und virtuose Bassist hat bereits in den 1960er und 70er Jahren die Geschichte des modernen Jazz maßgeblich mitgeschrieben.

German Jazz Trophy - A Life for Jazz 2011Seit vier Jahrzehnten feilt Holland mit seinen Formationen an einem musikalischen Konzept, das in seiner Balance aus neuen Kompositionen und Traditionsbezügen, aus solistischen Einzelleistungen und ungewöhnlich arrangiertem und perfekt ausgeführtem Ensemblespiel einzigartig ist.

Dave HollandDass Hollands Klangrede derart eigenständig und wiedererkennbar ist, mag mit seinem weiten musikalischen Horizont zu tun haben: Sein Weg führte ihn von Pop, Folk und Rock über Traditional Jazz zum freien Spiel und bis zum kompositorisch detailliert ausgearbeiteten Jazz seiner diversen Ensembles vom Trio bis zur Big Band.

Mit 22 Jahren war Holland bei einem Club-Auftritt in London zufällig von Miles Davis entdeckt worden, der den bis dahin unbekannten Briten während seiner "Bitches Brew"-Periode in seine Band holte.

Gemeinsam mit Chick Corea verließ er Miles 1971 und gründete die Band "Circle". Daraus entstand seine erste Leader-Platte "Conference of the Birds". Schnell wurde er zu dem stilbildenden Jazz-Bassisten am Ende des 20. Jahrhunderts. Mit Steve Coleman, Kenny Wheeler, Robin Eubanks und Sound-Spezialist Marvin "Smitty" Smith entwickelte das Dave Holland Quintet von 1983 an ein herausragendes Bandkonzept. Es folgten Quartette, Trios, Solo-Projekte und zahlreiche Sideman-Jobs mit Künstlern wie Anthony Braxton, Stan Getz, Cassandra Wilson, Jack DeJohnette, Chick Corea, Joe Henderson, Thelonious Monk, Betty Carter, Pat Metheny, Kenny Wheeler, Bill Frisell, Roy Haynes und Herbie Hancock. Vergangenes Jahr wurde die CD "Pathways", das Debüt des Dave Holland Octets, für den Grammy Award nominiert in der Kategorie "Best Large Ensemble Album".

Bei der Verleihung der German Jazz Trophy - A Life for Jazz 2011 am 9. Juli an Dave Holland im Konzertsaal der Musikhochschule Stuttgart trat der Bassist mit seinem Quintett auf.

Den Jazzpreis, eine Statue des Stuttgarter Bildhauers Otto Herbert Hajek, verleiht die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg gemeinsam mit der Jazzzeitung (ConBrio Verlagsgesellschaft, Regensburg) und der Kulturgesellschaft Musik + Wort e.V.

Bisherige Preisträger waren Prof. Erwin Lehn, Paul Kuhn, Wolfgang Dauner, Toots Thielemans, Kenny Wheeler, Dick Hyman, Jean-Luc Ponty, Hugo Strasser, Carla Bley und Jacques Loussier.

 

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Preisverleihung + Konzert

Dave Holland Quintet

Samstag, 9. Juli 2011
Einlass: 19.00 Uhr · Beginn: 20.00 Uhr

Konzertsaal der Musikhochschule
Urbanstraße 25 · 70182 Stuttgart

Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen
oder über die tix-box-Hotline · Tel. 0711/99 79 99 99

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Preisträger 2017: Abdullah Ibrahim | Preisträger 2016: Klaus Doldinger
Preisträger 2015: Ralph Towner | Preisträger 2014: Chris Barber | Preisträger 2013: Lee Konitz
Preisträger 2012: Monty Alexander | Preisträger 2011: Dave Holland | Preisträger 2010: Jacques Loussier
Preisträgerin 2009: Carla Bley | Preisträger 2008: Hugo Strasser | Preisträger 2007:
Jean-Luc Ponty
Preisträger 2006: Dick Hyman | Preisträger 2005: Kenny Wheeler | Preisträger 2004: Toots Thielemans
Preisträger 2003: Wolfgang Dauner | Preisträger 2002: Paul Kuhn | Preisträger 2001: Prof. Erwin Lehn

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