"German Jazz Trophy - A Life for Jazz 2010"
an Jacques Loussier

Der französische Pianist, Komponist und Arrangeur Jacques Loussier erhielt die German Jazz Trophy "A Life for Jazz" 2010. Der mit seinen Aufnahmen "Play Bach" bekannt gewordene Musiker ist der zehnte Preisträger der German Jazz Trophy, die gemeinsam von der Sparda-Bank Baden-Württemberg, der Jazzzeitung und der Kulturgesellschaft Musik+Wort e.V. für das Lebenswerk eines Künstlers vergeben wird.

German Jazz Trophy - A Life for Jazz 2010Bereits mit zehn Jahren nahm er Klavierunterricht. Sein erstes Bach-Stück, ein Präludium aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, spielte er zum Verdruss seiner Familie vierzig-, fünfzigmal hintereinander. "Und dann ist es passiert; ich habe kleine Änderungen ausprobiert, das Thema umspielt." Diese Eigenart sowie die große Liebe zu Bach behielt Jacques Loussier auch bei, als er seine Geburtsstadt Angers verließ, um am Pariser Konservatorium beim berühmten Yves Nat zu studieren.

Nach dem Konservatorium tourte er im Kuba Batistas, leistete seinen Wehrdienst in Algerien, wobei er nebenbei im algerischen Rundfunk auftrat, und schrieb für TV, Film, Chansons u.a.

Jacques LoussierBekannt wurde er mit seinen verjazzten Interpretationen vieler Werke von Johann Sebastian Bach. Auf diese ungewöhnliche Kombination kam Loussier 1959 während seines Studiums, als er unter seinen Kommilitonen schon weitreichenden Ruhm genoss, worauf er das Play Bach Trio gründete, mit dem er diese modernen Interpretationen aufführte und auf Schallplatten einspielte. Zum Ensemble, instrumentiert wie ein Klaviertrio im Jazz, gehörten Bassist Pierre Michelot und Schlagzeuger Christian Garros. Die vier Decca-Alben verkauften sich allein bis 1978 sechs Millionen Mal.

1978 löste Loussier das Trio aufgrund zu hoher Tournee-Belastung ("Ich bin reisemüde") und dem Willen, sich eigenen Kompositionen und dem Weinbau zu widmen auf. Er zog sich in sein Chateau in der Provence zurück. Kurz darauf richtete Loussier ein eigenes Aufnahmestudio ein, wo er an Kompositionen für akustische und elektrische Instrumente arbeitete.

1985, dreihundert Jahre nach Bachs Geburt, gründete er das "Play Bach Trio" erneut. Mit diesem Trio nahm Loussier Interpretationen von Kompositionen von Erik Satie, Claude Debussy, Maurice Ravel, Antonio Vivaldi und anderen auf. 1986 entstand sein erste große Messe "Lumières".

Jacques Loussier, der sich selbst nie als Jazzmusiker bezeichnete, gilt längst als Klassik-Jazz-Fusion-Legende. Die bekannt kritische Süddeutsche Zeitung lobte Loussiers Interpretation von Mozarts Klavierkonzerten KV 466 und 488 "als einige der wenigen Beiträge im Mozart-Jahr 2006, die "... stark genug sind… Mozart und Jazz in ein plausibles Verhältnis zu bringen". Im selben Jahr wurde Loussiers zweites Violinkonzert als Auftragskomposition der Yehudi Menuhin Gesellschaft anlässlich der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des großen Musikers aufgeführt.

Die neueste Einspielung "The Brandenburgs" stellt nach Loussiers Angaben die Quintessenz seines Stils dar, nämlich die Musik Bachs auf ihr wesentliches zu reduzieren. Dabei verwendet Loussier das gängige Jazzverfahren Thema - Improvisation - Thema.

In seiner langjährigen Karriere arbeitete er auch mit Musikern wie Pink Floyd, Elton John, Sting, Muse, Sade, Steve Winwood, Dave Brubeck, Yes und Bobby McFerrin zusammen.

2009 feierte das Jacques Loussier Trio sein 50jähriges Jubiläum und gleichzeitig 50 Jahre "Play Bach".

Bei der Verleihung der German Jazz Trophy 2010 im Rahmen der Jazz Open am 25. Juli an Jacques Loussier im Konzertsaal der Musikhochschule Stuttgart trat der Künstler selbst mit seinem Trio auf. Den Jazzpreis, eine Statue des Stuttgarter Bildhauers Otto Herbert Hajek, verleiht die Sparda-Bank Baden-Württemberg gemeinsam mit der Jazzzeitung (ConBrio Verlagsgesellschaft, Regensburg) und der Kulturgesellschaft Musik + Wort e.V. Bisherige Preisträger waren Prof. Erwin Lehn, Paul Kuhn, Wolfgang Dauner, Toots Thielemans, Kenny Wheeler, Dick Hyman, Jean-Luc Ponty, Hugo Strasser und Carla Bley.

DIESE VERANSTALTUNG IST AUSVERKAUFT!
Eintrittskarten sind ab sofort an allen bekannten Vorverkaufsstellen
oder über Easy Ticket Service · Tel. 0711/2 55 55 55 erhältlich.

 

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Preisverleihung + Konzert

Sonntag, 25. Juli 2010
Einlass: 18.00 Uhr · Beginn: 19.00 Uhr

Konzertsaal der Musikhochschule
Urbanstraße 25 · 70182 Stuttgart

DIESE VERANSTALTUNG IST AUSVERKAUFT!

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Preisträger 2017: Abdullah Ibrahim | Preisträger 2016: Klaus Doldinger
Preisträger 2015: Ralph Towner | Preisträger 2014: Chris Barber | Preisträger 2013: Lee Konitz
Preisträger 2012: Monty Alexander | Preisträger 2011: Dave Holland | Preisträger 2010: Jacques Loussier
Preisträgerin 2009: Carla Bley | Preisträger 2008: Hugo Strasser | Preisträger 2007:
Jean-Luc Ponty
Preisträger 2006: Dick Hyman | Preisträger 2005: Kenny Wheeler | Preisträger 2004: Toots Thielemans
Preisträger 2003: Wolfgang Dauner | Preisträger 2002: Paul Kuhn | Preisträger 2001: Prof. Erwin Lehn

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