German Jazz Trophy 2006 an Dick Hyman

German Jazz Trophy 2006Die "German Jazz Trophy – A Life for Jazz" ging 2006 zum ersten Mal an einen Künstler aus Übersee. Nach Prof. Erwin Lehn, Paul Kuhn, Toots Thielemans, Wolfgang Dauner und Kenny Wheeler war es der amerikanische Pianist Dick Hyman, der am 26. Oktober 2006 in der Sparda-Bank am Hauptbahnhof den von der Sparda-Bank, der Jazzzeitung und der Kulturgesellschaft Musik+Wort e.V. zum 6. Mal ausgelobten Jazzpreis entgegennahm.

Dick HymanDick Hyman, am 8. März 1927 als Richard Roven Hyman in New York City geboren, zählt heute zu den bedeutendsten und vielbeschäftigsten Jazzpianisten. Schon in frühester Jugend begann er mit dem Studium der klassischen Musik. Während seiner Studienzeit an der Columbia University, 1946–1948, gewann er in einem von einer Radiostation gesponserten Wettbewerb 12 Musik-Lektionen beim Jazz-Pianisten Teddy Wilson, ein Umstand, der sein Leben gründlich verändern sollte.

Er spielte unter anderem mit Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Lester Young, Red Norvo, Benny Goodman, Jimmy Hamilton, Thad Jones-Mel Lewis, Toots Thielemans, mit eigenen Kleinformationen, im Trio und als Solopianist und -organist. Er schrieb Arrangements für die Bands von Count Basie, Bobby Hackett, Cozy Cole, The Mills Brothers, J.J. Johnson und viele andere.

Dank seiner Vielseitigkeit und Virtuosität wurde Dick Hyman bald ein gesuchter Studiomusiker, erhielt auch viele Engagements als musikalischer Direktor von TV-Unterhaltungsprogrammen, von Broadway Musicals und Shows. Seit vielen Jahren zieht der Filmemacher Woody Allen ihn für die Gestaltung aller seiner Filmsoundtracks bei.

Dick Hymans Vorliebe gehörte jedoch immer dem Jazz. Mit totalem Engagement hat er sich dem Studium seiner verschiedenen Ausdrucksformen verschrieben. Sein stilistisches Repertoire umfasst ein riesiges Spektrum der Jazzgeschichte, angefangen bei Scott Joplin und Jelly Roll Morton, über James P. Johnson, Willie "The Lion" Smith, Fats Waller, Art Tatum, Teddy Wilson, Earl Hines, Duke Ellington, Count Basie, Erroll Garner, Oscar Peterson bis hin zu Bud Powell, Thelonious Monk, und Bill Evans. In seinem virtuosen Spiel zeigt Dick Hyman den überraschenden Facettenreichtum des Eklektikers. Davon zeugen auch seine ungezählten Schallplatten- und CD-Aufnahmen.

Dick Hyman liebt es, sein breites Wissen über den Jazz weiterzugeben. Mit seinen Vorlesungen an Universitäten und Colleges trägt er viel dazu bei, den klassischen Jazz unter den jungen Zuhörern lebendig zu erhalten. Für seine Verdienste um die Musikerziehung wurde er vom Wilkes College im US-Staat Pennsylvania mit einem Ehrendoktorat geehrt. Seit 1985 ist Dick Hyman der Spiritus Rector eines alljährlichen Jazz Festivals in New York City, "Jazz in July at 92nd Street", zu welchem er auch begabte junge, in den USA kaum bekannte, Musiker einlädt.

 

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Preisträgerkonzert

International Stride Piano Summit
Virtuoses klassisches Jazz Piano mit vier Pianisten an zwei Flügeln

Dick Hyman (USA) • Bernd Lhotzky (D)
Chris Hopkins (USA) • Rossano Sportiello (I)

Donnerstag, 26. Oktober 2006, 20.00 Uhr
Kundenhalle der Sparda-Bank am Hauptbahnhof Stuttgart

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Preisträger 2017: Abdullah Ibrahim | Preisträger 2016: Klaus Doldinger
Preisträger 2015: Ralph Towner | Preisträger 2014: Chris Barber | Preisträger 2013: Lee Konitz
Preisträger 2012: Monty Alexander | Preisträger 2011: Dave Holland | Preisträger 2010: Jacques Loussier
Preisträgerin 2009: Carla Bley | Preisträger 2008: Hugo Strasser | Preisträger 2007:
Jean-Luc Ponty
Preisträger 2006: Dick Hyman | Preisträger 2005: Kenny Wheeler | Preisträger 2004: Toots Thielemans
Preisträger 2003: Wolfgang Dauner | Preisträger 2002: Paul Kuhn | Preisträger 2001: Prof. Erwin Lehn

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